Im Zuge der Finanzkrise und den damit verbundenen Folgen fährt die US-Notenbank eine expansive Geldpolitik. Fed-Chef Ben Bernanke ist angesichts der hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit unzufrieden mit dem Verlauf der Konjunkturerholung. Zwar hat sich die Lage an den Finanzmärkten inzwischen wieder größtenteils normalisiert, aber die Konjunkturrisiken bleiben weiterhin bestehen. Die gemeinsamen Stützungsmaßnahmen von Staat und Notenbank hätten allerdings „soweit noch keine Erholung hervorgebracht, die schlagkräftig genug wäre, das hohe Niveau der Arbeitslosigkeit bedeutend zu reduzieren“, beklagte der Fed-Chef. Erst Anfang der Woche hatte die Notenbank wegen des schwächlichen Aufschwungs in der größten Volkswirtschaft die Tür zu neuen Hilfsmaßnahmen aufgestoßen. Die Marktteilnehmer interpretieren die Aussagen als klares Zeichen, dass die Leitzinsen noch sehr lange bei praktisch Null Prozent bleiben werden und dass die Notenbank im Eventualfall mit weiteren Aufkäufen von Staats- und Hypothekenanleihen Geld drucken wird. Solche Aussagen treffen natürlich den Wert der Währung, genauer gesagt den US-Dollar.
Ein Interesse an einer starken Währung hat auch China nicht unbedingt. In China wehrt man sich vehement gegen eine Aufwertung der eigenen Währung. Es ist erkennbar, dass wir mitten in einem Abwertungswettrennen stecken, in dem jeder gerne seinen Export durch eine schwache Währung steigern möchte und zwar zu Lasten des anderen. Das Problem bleibt aber die zu schwache Konsumnachfrage weltweit. Vor allem in den USA und in vielen Teilen Europas. Selbst in China sind es die Investitionen, die treiben - und nicht der Konsum. Man wird aber mittelfristig nicht umhin kommen, dass die Konsumbereitschaft anzieht. Ansonsten steht eine Erholung auf sehr wackligen Füßen.
Markus Frick
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